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II. Artikel

Das Leben der Brüder in der Welt

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1 Der heilige Franziskus war von tiefer Freude erfüllt über die Welt, die Gott erschaffen und erlöst hat. Den Menschen, ja sogar allen Geschöpfen, fühlte er sich brüderlich verbunden, wie er es im Sonnengesang so herrlich besungen hat.
2 Wir wollen uns von seiner Sicht bestimmen lassen und die Werke der Schöpfung, deren Anfang und Ende Christus ist, bewundern und auch schützen. Durch die wissenschaftliche Forschung werden sie uns immer durchsichtiger und regen uns an, den himmlischen Vater in seiner Weisheit und Allmacht anzubeten.
3 Schätzen wir daher hoch, was menschlicher Geist aus der Schöpfung entwickelt hat, besonders die Werke der Kunst und der Kultur, die uns den Reichtum der Gaben Gottes erschließen.
4 Auch die Welt der Menschen, die Gott so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab, wollen wir im Licht des Mysteriums Christi betrachten.
5 Die Weit ist zwar in viele Sünden verstrickt, doch hat Gott große Möglichkeiten in sie gelegt; sie bringt die lebendigen Steine hervor, die sich zur Kirche zusammenfügen, dem Bauwerk Gottes.
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1 Der heilige Franziskus erkannte aufgrund einer göttlichen Eingebung, dass er gesandt sei, die Menschen zu einem neuen Leben zu führen.
2 Darum hat er eine neue Form evangelischen Lebens erweckt und ist in der Welt geblieben, obwohl er nicht von der Welt war. Er wollte, dass auch seine Brüdergemeinschaft mitten in der Welt unter den Menschen lebt und wirkt und so in Wort und Werk Zeugnis gibt für die frohe Botschaft von der evangelischen Umkehr.
3 Wir haben die gleiche Sendung erhalten. Deshalb wollen wir mitten in der Welt leben, um gleichsam als Sauerteig im Sinn des Evangeliums zu wirken, damit die Menschen sehen, wie wir im Geist der Seligpreisungen als Brüder miteinander leben, und an unserer Lebensweise spüren, dass das Reich Gottes unter ihnen schon begonnen hat.
4 So werden wir in der Welt gegenwärtig sein, dem lebendigen Gott in Liebe, Demut und franziskanischer Freude dienen und zum Wohl der Welt sowie der Kirche Frieden und Heil wirken.
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1 Frieden und Heil, wie der heilige Franziskus sie verstanden hat, wollen wir nicht bloß im Munde führen, sondern in brüderlicher Liebe durch unser Tun verwirklichen. 2 In dieser Gesinnung bemühen wir uns, Menschen, die durch Haß und Neid, verschiedene Weltanschauungen, Klassenkampf, Konflikte von Rassen und Völkern entzweit sind, im Geist des Evangeliums zu einem friedlichen und dauerhaften Zusammenleben zu bewegen.
3 Daher verbinden wir die Kräfte, die in unseren Brüdergemeinschaften schlummern, mit jenen regionalen oder internationalen Initiativen und Organisationen, die mit angemessenen Mitteln Frieden, Einigung der Menschheit und weltweite Gerechtigkeit anstreben.
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1 Über alles wollen wir auf die Vorsehung des himmlischen Vaters vertrauen, voll Hoffnung und franziskanischer Freude durch die Welt gehen und so unsere Zeitgenossen in ihrer Zuversicht bestärken.
2 Befreit von unnützen Sorgen dieser Welt, fühlen wir uns verpflichtet, gleichsam als Mitarbeiter der göttlichen Vorsehung den Armen durch unser Wirken zu helfen. Namentlich in Zeiten allgemeiner Not wollen wir den Bedürftigen die Dienste und Güter der Brüdergemeinschaft zur Verfügung stellen.
3 Wir wollen in der Nähe der notleidenden Menschen, besonders der Kranken, leben und von Herzen bereit sein, ihnen zu dienen; denn sie sind unsere Brüder. Wir halten uns dabei an das Vorbild des heiligen Franziskus, der großes Mitleid mit den Armen hatte, und an das Beispiel der ersten Kapuziner, die den Pestkranken beistanden.
4 Die Vorsehung Gottes erschließt sich den Menschen, wie wir wissen, in den Ereignissen und Tatsachen sowie in den Ideen und Geistesströmungen der jeweiligen Zeit. Deshalb müssen wir diese als Zeichen der Zeit deuten und sie mit zuversichtlichem und aufgeschlossenem Herzen so ins Auge fassen, dass wir mit Gott zusammenwirken, der in der Geschichte der Welt und in der Entwicklung der Gesellschaft anwesend und tätig ist.
5 Wenn wir in Liebe die Wahrheit tun, bezeugen wir unsere Hoffnung auf den Herrn und helfen den Menschen guten Willens, Gott zu preisen als den allmächtigen Vater und als das höchste Gut.
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