|
|
|
|
| Dokumente Regel und Satzungen Zweites Kapitel VII. Artikel |
| Dokumente
| VII. ArtikelDie ständige Fortbildung41 1 Die ständige Fortbildung ist ein Prozess persönlicher und gemeinschaftlicher Erneuerung und bedarf der organischen Anpassung der Strukturen. So können wir unter den konkreten Bedingungen des täglichen Lebens unsere Berufung stets dem Evangelium entsprechend leben. 2 Zwar betrifft die ständige Fortbildung die Person als ganze und bildet deshalb eine Einheit, gleichwohl hat sie eine zweifache Zielrichtung: zunächst ist sie geistliche Umkehr durch den ständigen Rückgriff auf die Quellen des christlichen Lebens und auf den ursprünglichen Geist des Ordens sowie durch deren Anpassung an die Zeitverhältnisse; dann ist sie auch kulturelle und berufliche Erneuerung, wie es den Bedingungen unseres technischen Zeitalters entspricht. Eine so verstandene Fortbildung fördert die Treue zu unserer Berufung. 42 1 Ein Bruder, der die Zeit der Grundausbildung abgeschlossen hat, darf nicht davon ausgehen, er sei nun für sein Leben voll ausgebildet. Daher bleibt die ständige Fortbildung Aufgabe aller Brüder. 2 Ohne Zweifel ist es vor allem die Pflicht und das Recht der einzelnen Brüder, sich selbst um ihre ständige Fortbildung zu kümmern. Denn diese ist nichts anderes als die fortdauernde Verwirklichung unserer Berufung. 3 Zugleich ist die Förderung der ständigen Fortbildung als pastorale Amtspflicht aller Oberen zu betrachten. 43 1 ln jeder Provinz sollen für die ständige Fortbildung je nach örtlichen, zeitlichen und persönlichen Verhältnissen eigene Normen erlassen werden. 2 Das Programm sei organisch aufgebaut, offen auf die Zukunft, umfassend und berücksichtige das ganze Ordensleben im Licht des Evangeliums und im Geist der Brüderlichkeit. 3 Der Ablauf des täglichen Lebens trägt viel zur ständigen Fortbildung bei. Die tägliche Erfahrung des Ordenslebens im normalen Rhythmus von Gebet, Betrachtung, Arbeit und Zusammenleben ist die Schule, die uns in erster Linie formt. 4 Sehr empfehlenswert sind besondere Einrichtungen, wie etwa von Orts- oder Provinzgemeinschaften getragene neue oder erneuerte Initiativen für ständige Fortbildung im Bereich einzelner Provinzen, Regionen oder Konferenzen der Höheren Oberen. 5 Zur Pflege brüderlicher Gesinnung im ganzen Orden, zur Vertiefung der Bildung und zur Förderung der franziskanischen Geistigkeit wird unser Internationales Kolleg in Rom sehr empfohlen. 44 1 Jeder Bruder bemühe sich ernsthaft, der franziskanischen Berufung als Kapuziner, zu der er von Gott berufen ist, gerecht zu werden. 2 Suchen wir daher, uns und den übrigen Brüdern die Gabe der Ordensberufung und der Beharrlichkeit durch treues Mitwirken, kluge Wachsamkeit und stetes Gebet zu bewahren und zu festigen. 3 Hüten wir uns auch, Brüder, der Apostasie des Herzens zu verfallen. Dies geschieht, wenn ein Bruder lau wird, den äußeren Anschein eines Ordensmannes aufrecht hält, jedoch ein irdisch gestimmtes Herz hat und darum vom Geist und von der Liebe seiner Berufung abrückt und sich von der Lust und dem Stolz dieser Welt leiten lässt. Halten wir uns vielmehr das Wort des Apostels vor Augen: »Gleicht euch nicht dieser Weit an!« Meiden wir auch alles, was nach Sünde aussieht und das Ordensleben innerlich aushöhlt. 4 Wir haben die Welt verlassen. Streben wir also danach, nichts anderes zu ersehnen, nichts anderes zu wünschen und an nichts anderem Freude zu haben als daran, dem Geist des Herrn und seinem heiligen Wirken zu folgen und ihm immer zu gefallen. So sind wir in der Tat Brüder und Arme, gütige Menschen, voll Verlangen nach Heiligkeit, barmherzig und reinen Herzens; mit einem Wort: Menschen, an denen die Welt den Frieden und die Güte Gottes erkennen kann.
| |
|
Sitemap | Copyright © 2006/2011 OFMCap - Credits | Webmaster
|