ROM - Nach fast einem halben Jahrhundert ist die Kirche des Kollegs San Lorenzo da Brindisi zu einem heiligen Ort geworden. In den Plänen für das Kolleg, das in den sechziger Jahren gebaut wurde, war eine grosse Kirche vorgesehen, die für die ebenfalls geplanten Wohnviertel in der Umgebung zur Pfarrkirche hätte werden sollen. Die Wohnviertel entstanden nie und die Pfarrkirche wurde nicht gebraucht. Als vor wenigen Jahren Dach und Teile des Mauerwerks schadhaft wurden, beschloss man, eine Aussen- und Innenrenovation der Kirche vorzunehmen und die Kirche ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen. Das Projekt wurde vom Architekturbüro Paolo Marciani an die Hand genommen; in beratender Funktion wurde das Centro Aletti beigezogen; die Ausstattung wurde Pater Ivan Marco Rupnik anvertraut. Der liturgische Raum, umfangen von der grossen Kirche, besteht aus: Gottesdienstraum, eine Art Porziunkula, der 250 Gläubige aufnehmen kann, die Sakramentskapelle, Kapellen für das persönliche Gebet, Beichtstühle, Sakristei, zwei Räume für Gebetsgruppen und Konferenzen. Für die Kosten sind zum grossen Teil die italienischen Provinzen und andere Wohltäter aufgekommen.
Nach zweijährigen Bauarbeiten hat am 25. März 2012 Bischof John Corriveau die Kirche und den Altar auf den Titel des Heiligen Laurentius von Brindisi eingeweiht. In einer Prozession vor der Eucharistiefeier hat die Fraternität des Kollegs den neuen Kirchenraum in Besitz genommen. „Die immer globalisiertere Gesellschaft bringt uns nahe zueinander, sie macht uns damit aber noch nicht zu Geschwistern. Der Verstand ist in der Lage, Gleichheit zwischen den Menschen zu schaffen und unter ihnen ein Zusammenleben aufzubauen, aber es wird ihm nicht gelingen eine brüderliche Gemeinschaft zu schaffen“ (CV 19). Mit dem Zitat von Papst Benedikt wollte sich Bischof Corriveau auf die Gemeinschaft des Kollegs beziehen. „Sie ist sicher die am meisten kosmopolitische Gemeinschaft des Ordens. Hier kommen Brüder aus der ganzen Welt zusammen, oft stammen bloss zwei oder drei Brüder aus derselben Provinz. Und sogar dann, wenn ihr aus derselben Provinz stammt, habt ihr oftmals einen verschiedenen ethnischen und kulturellen Hintergrund“. Der ehemalige Generalminister des Ordens schloss seine Homilie mit den Worten: Wir sind aufgerufen, uns noch näher zu kommen. Wir sind gerufen, einander Brüder zu werden. Jedes mal wenn wir uns in diesem Kirchenraum versammeln, sollen wir uns an die folgenden Worte erinnern: „Wisst ihr nicht, dass ihr Tempel Gottes seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1 Kor 3.16). Dieser Geist Gottes verwandle uns in das, was wir in Wahrheit sind.“ Neben den Brüdern des Kollegs, des Historischen Instituts und der Generalkurie haben zahlreiche Provinzialminister Italiens und eine grosse Zahl Brüder und Schwestern an der Einweihung teilgenommen.
AUDIO IT: Paolo Marziani, Architetto
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AUDIO EN IT: Omelia, Mons. John Corriveau OFMCap
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AUDIO IT: Ringraziamenti, Ministro generale
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